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15.01.2014
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Der elektrische Regionalbahntriebwagen der Baureihe 460 sieht nicht nur hoch aus, er ist es auch. Die Linienführung ist sehr markant.Das Gesicht sieht sehr dynamisch aus. Damit hebt sich der Triebwagen aus dem bekannten täglichen Allerlei heraus.

Elektrischer Triebzug aus 3 Einzelwagen

Länge über Kupplung: 70,93 m
Länge Endwagen: 24,21 m
Länge Mittelwagen: 22,52 m
Breite: 2,82 m
Höhe: 4,35 m
Fußbodenhöhe: 800 mm über Schienenoberkante
Türbreite: 1,30 m
Wagenübergänge: einwandiger Wellenbalg mit Übergangsbrücke

Umgrenzungsprofil nach UIC 505-1, Linie G1

Radsatzfolge: Bo'Bo'+2'2'+Bo'Bo'
Stromsystem: 15 kV / 16,7 Hz
Antriebsbauart: Dreiphasen-Wechselstrom-Antrieb mit wassergekühlten Asynchron-Fahrmotoren in Tatzlager-Ausführung
Antriebsleistung: 2600 kW
max. Anfahrzugkraft: 170 kN
max. E-Brems-Kraft: 140 kN; fahrleitungsabhängige Nutzbremse
max. Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Bremsenbauart: KB C-pn-P-A-E-Mg D
Handbremse: als Federspeicherbremse ausgebildet

Wachsamkeitskontrolle: zeitabhängige Sicherheitsfahrschaltung (SIFA)
Indusi-Bauart: induktive Zugsicherung I60R, System PZB90
Zugfunkgerät: GSM-R-fähiges Gerät MTRS (MESA 23)

 

Im Endwagen A befinden sich Führerraum 1 und ein Mehrzweckabteil. Außerdem trägt dieses Fahrzeug den Stromabnehmer und 2 Hauptschalter für die beiden Endwagen. Bei Ausfall eines Endwagens kann der Triebzug mit dem verbleibenden Endwagen weiterfahren. Der Zugteil führt nur die 2. Klasse.

Der Endwagen A trägt die Baureihenbezeichnung 460 und Ordnungsnummern ab 0xy.

Der Mittelwagen ist durchgehend bestuhlt und enthält keinerlei Antriebskomponenten. Auch dieser Zugteil führt nur die 2. Klasse.

Der Mittelwagen trägt die Baureihenbezeichnung 860 und Ordnungsnummern ab 0xy.

In Endwagen B befinden sich Führerraum 2, ein 1. Klasse-Abteil, ein Mehrzweckabteil sowie die behindertengerechte Toilette. Dieser Endwagen erhält die Fahrleitungsspannung über eine 15 kV-Dachleitung, welche über den Mittelwagen verläuft.
Der Endwagen B trägt die Baureihenbezeichnung 460 und Ordnungsnummern ab 5xy.

Die Zentrale Kombikühlanlage besitzt 2 Kühlkreisläufe: ein Ölkreislauf zur Kühlung des Transformatoröls und einen Wasserkreislauf zur Kühlung der beiden Umrichter sowie der Fahrmotoren.
Wie man erkennt, wurden alle Traktionsanlagen auf dem Dach angeordnet.

Die Triebzüge verfügen über eine automatische Mittelpufferkupplung der Bauart Scharfenberg. Diese Kupplung stellt nicht nur die mechanische Verbindung der Fahrzeuge her, sondern verbindet auch die Luft- und Steuerleitungen miteinander.

Die merkwürdig aussehenden "Puffer" sind keine, sondern Stoßverzehrelemente. Der Triebzug erfüllt neueste Anforderungen an die Unfallsicherheit: im Fahrerhandbuch ist die "Crashtauglichkeit nach TSI-Szenario 1, 2, 3 und 4" ausdrücklich erwähnt.

 

Am Triebdrehgestell 1 von EW A ist die Mg-Bremse zu erkennen. Radsatz 1 besitzt einen Gleitschutzgeber, Radsatz 2 einen Erdkontakt für Traktionsstrom. Alle Radsätze und Drehgestelle des Zuges sind gleich abgefedert: Primärfederung mit Schraubenfeder und Stoßdämpfer, Sekundärfederung mit Luftfeder und Schlingerdämpfer. Zusätzlich besitzen die Drehgestelle eine Wankstütze mit Torsionsstäben (senkrecht links neben Schlingerdämpfer eingebaut).

Ein Blick in das Allerheiligste: der Antrieb.

Auf der blauen Radsatzwelle befinden sich die beiden Monobloc-Räder mit jeweils 2 Bremsscheiben pro Rad. Hinter der Radsatzwelle ist der Fahrmotor erkennbar, rechts der Getriebekasten (mit orangefarbenem Aufkleber). Links sieht man den Bremszylinder mit Bremszange und Reibelement. Unterhalb ist das Fallrohr der Sandstreueinrichtung befestigt.

Alle Türen besitzen einen Schiebetritt. Er fährt bis zu 500 mm weit aus. Bei Berührung eines Hindernisses reversiert der Schiebetritt um 20 mm und bleibt dann stehen. Wird der Tritt während seiner Bewegung betreten, hält er sofort an.


 
Die einzelnen Wagen des Triebzuges bleiben fest miteinander verbunden und können im Betrieb auch nicht getrennt werden. Eine Spezialkupplung verbindet die Wagen miteinander. Sie wird nur von der Werkstatt zu Wartungsarbeiten gelöst.

Zwei Etagen höher ist der Übergang der 15 kV-Dachleitung angebracht. Zwischen Stromabnehmer und Wagenkastenende stehen senkrecht die beiden Hauptschalter.



zuletzt aktualisiert am 2.02.2009